Die vielen positiven Effekte, die man Infrarotkabinen zuschreibt, lassen sich allein durch die Reaktionen des Körpers auf die angeregte Wärmeregulation erklären. Im Vordergrund steht also die Wärmeanwendung. Die Infrarotstrahlung ist nur ein sehr geeignetes Transportmittel, da sie berührungslos funktioniert und die Wärmeregulation der Haut nicht stört.
Infrarot-C-Strahler bieten dabei den Vorteil, dass man nur einen geringen Abstand zum Strahler einhalten muss. Infrarot-A-Strahlung ist zudem möglicherweise mit einem Langzeitrisiko verbunden und steht im Rahmen einer Verwendung im Wellness- und Heimbereich daher in einem problematischen Risiko-Nutzen-Verhältnis.
Reizanwendung oder Durchwärmung
Grob lassen sich zwei Infrarotkabinenkonzepte differenzieren, die, je nach konzeptioneller Ausrichtung, mehr in Richtung „Reizanwendung“ oder mehr in Richtung „Durchwärmung“ wirken:
1. Infrarotkabinen, die in Richtung einer „Reizanwendung“ wirken, arbeiten entweder mit relativ hohen Lufttemperaturen (50 °C – 60 °C) oder setzen größere Hautareale einer entsprechend starken Infrarotbestrahlung aus. Hier drosselt der Körper wie oben beschrieben den Blutrückstrom aus der Haut zum Körperinneren
2. Infrarotkabinen, die in Richtung „Durchwärmung“ wirken, arbeiten dagegen mit niedrigen Lufttemperaturen (30 °C – 36 °C). Die Wärmezufuhr erfolgt fast ausschließlich lokal (meist über den Rücken) durch einen permanent laufenden Infrarot-Strahler. Der Blutrückstrom aus der Haut wird hierbei aufrechterhalten.
Welche Eigenschaften sollte eine optimale Durchwärmungsanwendung erfüllen?
- Sie stört die Thermoregulation der Haut nicht - thermische Belastungen werden vermieden.
- Sie findet in thermisch neutraler Umgebung statt - bei Indifferenztemperatur optimale Aufnahme und Abgabe von Wärme (zwischen 30 °C und 36 °C)
- Sie weist nur eine geringe Belastung für das Herz-Kreislauf-System auf - Langsame, schrittweise Blutumverteilung und von Beginn an kontinuierliche und langsame Steigerung der Köpertemperatur unterhalb des Fieberbereichs
- Sie reduziert Stressfaktoren
- Sie deckt die vier Hauptbereiche der Wärmewirkung ab (siehe Arten der Wärmeübertragung)
- Sie ist wissenschaftlich abgesichert hinsichtlich "Sicherheit und Wirksamkeit"


